Medizinisches Cannabis – Anwendungsmethoden
In Deutschland wird medizinisches Cannabis meist zum Verdampfen und Inhalieren verschrieben. Darüber hinaus stehen für die Aufnahme der Cannabinoide THC und CBD diverse Präparate und verschiedene Anwendungsmethoden zur Verfügung. Diese sind jedoch unterschiedlich gut geeignet für eine medizinische Behandlung.
Aktuell gilt in Deutschland:
Was wird angewendet? Je nach ärztlicher Verordnung kommen getrocknete Cannabisblüten, Arzneimittel mit natürlichen Wirkstoffen wie Dronabinol oder synthetisches Nabilon infrage.
Wie wird es angewendet? Blüten oder andere geeignete pharmazeutische Cannabisprodukte werden – soweit nicht anders verordnet – mithilfe von dafür vorgesehenen medizinischen Cannabis-Vaporizern verdampft und inhaliert.
Das Wichtigste auf einen Blick
→ Wird in Deutschland verschrieben: getrocknete Blüten, Dronabinol, Nabilon
→ Korrekte medizinische Anwendung: Verdampfen und Inhalieren
→ Nicht rauchen!
→ Medizinisch zertifizierte Cannabis-Verdampfer verwenden
→ Ärztin, Arzt oder medizinisches Fachpersonal fragen
Cannabis und seine Anwendungsformen
Grundsätzlich lässt sich zwischen zwei Arten der Anwendung von Cannabis unterscheiden:
- Inhalative Anwendung: Die Wirkstoffe gelangen über die Lunge in den Blutkreislauf.
- Orale Anwendung: Die Wirkstoffe werden über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen.
Beiden Herangehensweisen zur Einnahme von Cannabis liegt die sogenannte Decarboxylierung zugrunde. Grob gesagt werden dabei die für die Behandlung relevanten Cannabinoide THCA oder CBDA durch Wärmeeinwirkung in THC und CBD umgewandelt. Erst in dieser Form kann der Mensch die Wirkstoffe der Pflanze über das körpereigene Endocannabinoid-System aufnehmen.
Lesen Sie mehr zur Wirkung von Cannabis und dem menschlichen Endocannabinoid-System.
Sind inhalative und orale Anwendung also gleichzusetzen?
Nein. Die Wahl der Anwendungsmethode beeinflusst unmittelbar, wie schnell die Wirkung einsetzt, wie lange sie anhält und wie intensiv sie wahrgenommen wird. Welche Methode wann geeignet ist, hängt unter anderem vom Präparat, der ärztlichen Verordnung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab.
Wir klären auf, wo die Unterschiede liegen und warum manche Methoden für eine medizinische Behandlung mit Cannabis geeigneter sind als andere.
Orale Anwendung & Edibles
Bei der oralen Anwendung wird Cannabis beispielsweise als Bestandteil von Gebäck, Süßwaren oder Getränken unter Wärmeeinwirkung verarbeitet. Anschließend werden die sogenannten Edibles oder der Cannabis-Tee verzehrt und das THC und CBD über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Doch trotz der zunächst angenehm anmutenden Darreichungsform birgt diese Art der Anwendung für eine medizinische Behandlung gewisse Herausforderungen und Nachteile.
Der Wirkungseintritt von oral eingenommenem Cannabis kann bis zu 90 Minuten dauern. Dadurch ist es für Patienten und Ärzte schwierig einzuschätzen, wann und wie intensiv eine Dosis ihre Wirkung entfaltet. Bleibt die erwartete Wirkung zunächst aus, besteht – vor allem bei der Selbstmedikation – die Gefahr, die Dosis zu früh zu erhöhen. Setzt die Wirkung zeitverzögert ein, kann sie unerwünscht stark ausfallen oder über einen ungeplant langen Zeitraum anhalten.
Hinzu kommt, dass für selbst zubereitete Cannabisprodukte wie Gebäck oder Tee bislang keine einheitlichen, wissenschaftlich validierten Zubereitungs- und Dosierungsverfahren zur Verfügung stehen, an denen sich Patienten zuverlässig orientieren könnten.
Für eine kontrollierte medizinische Anwendung ist die orale Einnahme von Cannabis daher mit besonderen Herausforderungen bei Dosierung und Wirkungsverlauf verbunden.
Inhalative Anwendung – Cannabisblüten, Dronabinol & Co. verdampfen
Bei einer ärztlich verordneten inhalativen Therapie sollen im Regelfall Cannabispräparate in einem medizinischen Cannabis-Vaporizer verdampft, das Aerosol heruntergekühlt und anschließend eingeatmet werden. Dazu eignen sich verschreibungsfähige Cannabis-Arzneimittel wie getrocknete Blüten aus kontrolliertem Anbau, in Alkohol gelöstes Dronabinol oder synthetisch hergestelltes Nabilon.
Im Vergleich zur oralen Einnahme zeichnet sich die inhalative Anwendung durch einen schnellen Wirkungseintritt nach etwa 1–2 Minuten aus. Die Wirkungsdauer liegt typischerweise bei etwa 2–4 Stunden.
Der vergleichsweise rasche Eintritt erleichtert es, die Wirkung einer einzelnen Inhalation einzuschätzen. Für Patienten und medizinisches Fachpersonal ist dies wichtig, um die individuell geeignete Dosierung zu finden sowie die Dauer und Abstände der Anwendungen planbar zu gestalten.
Cannabis mithilfe eines Vaporizers inhalieren – Was passiert beim Verdampfen?
Bei der Verdampfung mit einem Vaporizer werden Cannabisblüten oder geeignete Cannabispräparate kontrolliert erhitzt. Dabei entsteht kein Rauch durch Verbrennung, sondern ein wirkstoffhaltiges Aerosol, das anschließend abgekühlt und inhaliert wird.
Der Vorgang lässt sich vereinfacht in wenigen Schritten erklären:
- Erhitzen: Cannabis wird kontrolliert auf die eingestellte Temperatur von ca. 170 °C bis 210 °C erhitzt.
- Aktivieren und Freisetzen: Durch die Wärmeeinwirkung werden Cannabinoidsäuren decarboxyliert und Cannabinoide sowie weitere flüchtige Bestandteile (z.B. Terpene) aus dem Verdampfungsgut freigesetzt.
- Aerosolbildung: Die freigesetzten Bestandteile werden in ein inhalierbares Aerosol (Dampf) überführt.
- Inhalation: Das Aerosol wird eingeatmet und über die Lunge aufgenommen.
- Schneller Wirkungseintritt: Über die Lungenbläschen (Alveolen) gelangen die aufgenommenen Wirkstoffe innerhalb weniger Minuten in den Blutkreislauf.
Wichtig: Bei medizinischen Vaporizern lässt sich die Temperatur kontrolliert einstellen, sodass die relevanten Wirkstoffe freigesetzt werden, ohne dass das Pflanzenmaterial verbrannt wird.
Weit verbreitet, aber keine gute Idee: Medizinisches Cannabis rauchen
Die medizinische Anwendung von Cannabis hat sich in verschiedenen Ländern bereits lange vor der Einführung des deutschen Cannabisgesetzes entwickelt. In Ländern wie Kanada, Israel und den Niederlanden wurden Cannabispräparate schon deutlich früher zu medizinischen Zwecken eingesetzt.
Allerdings wurden – und werden auch heute noch häufig – Patienten bei der praktischen Anwendung von Cannabis oft weitestgehend allein gelassen. Mangels ausreichender Aufklärung über und Zugang zu geeigneten Alternativen werden Cannabisblüten daher weiterhin häufig geraucht. Für die medizinische Anwendung ist das Rauchen von Cannabis jedoch nicht anerkannt.
Auch laut Krankenkassen wie der BARMER gilt das Verdampfen von Cannabis im Gegensatz zu Joints, Blunts und Bongs als risikoärmste Art, Cannabis zu inhalieren.
Der entscheidende Nachteil beim Rauchen?
Die Verbrennung. Beim Rauchen werden Temperaturen erreicht, bei denen neben der Freisetzung der gewünschten Inhaltsstoffe zahlreiche weitere Stoffe entstehen. Dazu gehören potenziell gesundheitsschädliche Verbrennungsprodukte wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Ammoniak und Kohlenmonoxid, die beim Rauchen unkontrolliert mit inhaliert werden.
Beim Verdampfen wird das Pflanzenmaterial hingegen keiner Verbrennung ausgesetzt. Dadurch lässt sich die Bildung typischer Verbrennungsstoffe vermeiden und so mögliche Gesundheitsrisiken sowie Nebenwirkungen einer Cannabis-Therapie deutlich reduzieren.
Mehr Informationen zu den Unterschieden und einen direkten Vergleich finden Sie hier: Medizinisches Cannabis verdampfen vs. rauchen
Medizinische Cannabis-Verdampfer
Für die kontrollierte inhalative Anwendung von Cannabinoiden sind speziell entwickelte medizinische Vaporizer zu empfehlen. Je nach Anwendungssituation und -szenario stehen Patienten zwei unterschiedliche Verdampfer-Typen zur Verfügung. Zum einen stationäre Vaporizer für den Einsatz zu Hause oder im klinischen Umfeld, zum anderen akkubetriebene Vaporizer für die mobile Anwendung.
Der VOLCANO MEDIC 2 und der MIGHTY+ MEDIC gehören zu den weltweit ersten medizinisch zugelassenen Vaporizern für die inhalative Anwendung von Cannabinoiden. Medizinische Einrichtungen, Ärzte und die Forschung setzen bereits seit Jahrzehnten auf Vaporizer aus dem Hause STORZ & BICKEL.
Stationärer Cannabis-Vaporizer für Klinikalltag und zu Hause
Der VOLCANO MEDIC 2 ermöglicht eine sichere und kontrollierte Verdampfung von Cannabinoiden aus Cannabisblüten und Dronabinol.
Temperatur-Range: gradgenau 40 °C bis 210 °C
Inhalation: über Schlaucheinheit oder Ventilballon
PZN: 15885501
So funktioniert die Anwendung
- Die Füllkammer wird geöffnet und mit dem vorgesehenen Verdampfungsgut beziehungsweise einer Dosierkapsel bestückt.
- Die befüllte Füllkammer wird auf den Heißlufterzeuger gesetzt.
- Ventilballon oder Schlaucheinheit werden an der Füllkammer angebracht.
- Die gewünschte Temperatur wird über die Bedienelemente eingestellt.
- Nach dem Aufheizen wird erhitzte Luft durch die Füllkammer und das Verdampfungsgut geleitet.
- Dabei werden die enthaltenen Cannabinoide durch die Wärmeeinwirkung aktiviert und freigesetzt.
- Das wirkstoffhaltige Aerosol strömt in den Ventilballon beziehungsweise durch die Schlaucheinheit und kühlt dabei auf eine zur Inhalation geeignete Temperatur ab.
- Anschließend kann das Aerosol inhaliert werden.
Ein besonderer Vorteil für Patienten: Der abnehmbare Ventilballon ermöglicht die Inhalation ohne direkten Kontakt zwischen Patienten und Hitze- bzw. Stromquelle. Dadurch kann er beispielsweise auch im Bett verwendet werden.
Quick Start: Eine kurze Einführung in die Anwendung des VOLCANO MEDIC 2 finden Sie in unserem Quick-Start-Video.
Akkubetriebener Cannabis-Vaporizer für maximale Mobilität
Der MIGHTY+ MEDIC wurde ebenfalls für die kontrollierte Verdampfung von Cannabinoiden aus Blüten und Dronabinol entwickelt und ermöglicht Patienten eine ortsungebundene Cannabis-Therapie.
Temperatur-Range: gradgenau 40 °C bis 210 °C
Inhalation: über Mundstück direkt am Gerät
PZN: 16616803
So funktioniert die Anwendung
- Die Füllkammer wird geöffnet und mit dem vorgesehenen Verdampfungsgut beziehungsweise einer Dosierkapsel bestückt.
- Die Füllkammer wird geschlossen.
- Die gewünschte Temperatur wird über die Bedienelemente eingestellt.
- Nach dem Aufheizen wird Luft durch die Füllkammer und das Verdampfungsgut gesogen.
- Nach dem Aufheizen wird erhitzte Luft durch die Füllkammer und das Verdampfungsgut geleitet.
- Die beim Erhitzen freigesetzten Wirkstoffe werden mit der Luft in ein inhalierbares Aerosol überführt.
- Das Aerosol strömt durch die Kühleinheit und wird dabei abgekühlt.
- Anschließend wird das Aerosol über das Mundstück inhaliert.
Ein besonderer Vorteil für Patienten: Zwei leistungsstarke Lithium-Ionen-Akkus ermöglichen eine zuverlässige und flexible Anwendung – überall und unabhängig von einer Steckdose.
Quick Start: Eine kurze Einführung in die Anwendung des MIGHTY+ MEDIC finden Sie in unserem Quick-Start-Video.
Wichtige Hinweise
Zu Beginn kann die Inhalation ungewohnt sein und z.B. Husten auslösen. Gerade unerfahrene Anwender benötigen möglicherweise eine gewisse Eingewöhnungszeit, um die für ihre Anwendung geeignete Temperatur und Atemtechnik zu finden. Die Inhalation sollte deshalb konzentriert und bewusst erfolgen. Lachen, Gähnen oder Sprechen sollte während der Inhalation vermieden werden.
VOLCANO MEDIC 2 und der MIGHTY+ MEDIC nicht verwenden, wenn eine Erkrankung an den Atemwegen oder der Lunge vorliegt.
Bei Fragen zur individuellen Dosierung, Temperatur oder zur Anwendung generell sollten sich Patienten an ihre behandelnden Ärzte oder medizinisches Fachpersonal wenden.
Vaporizer-Zubehör für Cannabis-Patienten
Die fünf besten Originalzubehörteile für die Vorbereitung, Dosierung, Aufbewahrung und Anwendung von medizinischem Cannabis mit VAPORMED-Geräten:
- Kräutermühle zum gleichmäßigen Zerkleinern von Cannabisblüten
- Dosierkapsel-Füllset für eine saubere und flexible Befüllung und Vordosierung
- MEDIC VALVE Austausch Set für den hygienischen und einfachen Austausch des Ventilballons
- Capsule Caddy oder Dosierkapsel-Magazin für die sichere Aufbewahrung und den Transport von Dosierkapseln
- MIGHTY+ MEDIC Case zum geschützten Transport des MIGHTY+ MEDIC
Wissenschaft & Forschung – Cannabis Anwendungsmethoden
Unabhängige wissenschaftliche Studien zu Anwendungsmethoden von medizinischem Cannabis, zur klinischen Anwendung mit dem VOLCANO sowie zu etlichen weiteren Themen finden Sie auf:

